Nach der Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1919, zogen am 20. April 1920 erstmals vier Frauen in den Landauer Stadtrat ein. Ihnen gegenüber standen damals 26 männliche Stadträte. Unter den ersten „Stadtmüttern“ befand sich, neben Lina Kößler, Katharina Peters und Luise Harteneck, auch Emma Maxon. Sie gehörte der Deutschen Volkspartei an, die 1918 aus dem rechten Flügel der Nationalliberalen Partei unter Gustav Stresemann hervorgegangen war und bei den Kommunalwahlen 1920 mit insgesamt neun Sitzen die stärkste Partei im Landauer Stadtrat wurde.
Emma Maxon wurde 1871 in Speyer geboren und heiratete 1896 den späteren Landauer Ehrenbürger und Arzt Ernst Adolf Theodor Maxon. Nach ihrem Einzug in den Stadtrat war die Hausfrau und Mutter von drei Kindern, genauso wie ihre Mitstreiterinnen, vor allem in den sozialen Ausschüssen tätig. Sie engagierte sich im Armenrat, im Waisenhausausschuss, im Schulpflegschaftsausschuss, im Krankenhausausschuss sowie im Wohnungsausschuss. Zudem war sie im Landauer „Verein für Fraueninteressen“, der im Jahr 1900 gegründet wurde und vor allem die weibliche Emanzipation im Blick hatte, aktiv. Dabei war sie in der hauswirtschaftlichen Abteilung des Vereins ebenso vertreten, wie in der vom Verein getragenen Frauenschule. Emma Maxon war der Prototyp der weiblichen Kommunalpolitikerin der 20er Jahre. Während sich die Stadträtinnen in den männerdominierten Themenbereichen Wirtschaft und Finanzen vornehm zurück nahmen und auch bei den politischen Diskussionen selten ihre Stimme erhoben, waren sie in den kommunalen Sozialausschüssen umso engagierter und erfüllten in diesem Politikbereich wichtige Funktionen. Sie forderten Sozialprogramme, vermittelten zwischen Bedürftigen und staatlich-kommunalen Instanzen und sorgten häufig von „Frau zu Frau“ dafür, dass die verschiedenen Maßnahmen ihre Klienten auch erreichten. Gerade in der Nachkriegszeit und in den von Arbeitslosigkeit geprägten Jahren der Weltwirtschaftskrise, waren diese politisch aktiven Frauen oftmals die letzte Rettung.
Emma Maxon war darüber hinaus die einzige Frau, die in den wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten der Weimarer Republik bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 als Stadträtin aktiv war. Am 12. Juni 1940 starb sie schließlich in Landau.