Sie sind lästig und verderben vor allem in den Sommermonaten die Laune: Tapinoma magnum. Die invasive Ameisenart ärgert Menschen im Südwesten Deutschlands, darunter auch einige Landauerinnen und Landauer. Nach dem Einrichten einer Meldestelle auf dem Landauer Mängelmelder, zahlreichen Vor-Ort-Begehungen zur Bestimmung und Beratung fand nun eine gut besuchte Informationsveranstaltung in der Kinck’schen Mühle in Godramstein statt.
Rund 200 Interessierte folgten der Einladung von Oberbürgermeister Dominik Geißler, um sich über Herkunft, Vorkommen und Verbreitung der invasiven Ameisenart sowie Ansätze zu deren Eindämmung und Bekämpfung zu informieren. In Landau sind derzeit drei größere und fünf kleinere Gebiete mit Tapinoma magnum bekannt, vorwiegend in sandigen Bereichen.
Für die Veranstaltung konnten zwei renommierte Biologen gewonnen werden, die sich mit Tapinoma magnum gut auskennen: Dr. Manfred Verhaagh vom Naturkundemuseum Karlsruhe und Prof. Dr. Carsten Brühl von der RPTU in Landau. Ihre Botschaft: Die Ameisen sind gekommen, um zu bleiben. Viele kostspielige und zeitintensive Bekämpfungsversuche von Privatpersonen sowie Städten und Gemeinden im Südwesten Deutschlands hätten bisher keine nachhaltigen Verbesserungen gebracht. Wichtig sei deswegen, einen Befall zu verhindern, bevor er zur Last werde, so die beiden Experten.
Hierzu sollte beim Besuch in Baumärkten, Gartencentern und Co. darauf geachtet werden, keine befallenen Pflanzen zu kaufen.
Mögliche Futterquellen für Ameisen in Haus und Garten müssen genau wie Zugangsmöglichkeiten in Gebäude so gut wie möglich verschlossen werden.
Auch haben sich Barrieren aus Kieselgur und Vaseline bewährt, die regelmäßig aufgetragen werden müssen.
Zur Anwendung und Eindämmung sind heißes Wasser, Kieselgur und Leimringe empfehlenswert; chemische Biozide sollten nur nach sorgfältiger Abwägung von Chancen und Risiken sowie einer fachlichen Beratung eingesetzt werden.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Fragen an die Fachleute aus Wissenschaft und Stadt zu stellen. Die Vorträge der Informationsveranstaltung können auf www.mitredeninLD.de heruntergeladen werden. Dort wird in Kürze auch eine Dokumentation zur Veranstaltung mit Fragen und Antworten eingestellt.
Schon vor der Infoveranstaltung richtete die Stadt eine Meldestelle über den Landauer Mängelmelder ein und führte Begehungen zur Artbestimmung und Beratung durch. Besonders stark befallene Stellen im öffentlichen Raum sollen künftig von städtischen Mitarbeitenden mit Kieselgur behandelt werden. Um die Wirkung zu verstärken, werden Anliegerinnen und Anlieger angrenzender Flächen gebeten, ebenfalls Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.
Auch wenn das in Landau bislang nicht auftrat: Sollte auf Straßen oder Wegen durch Ameisenaktivitäten Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestehen, wird die Stadt umgehend Maßnahmen zur Behebung ergreifen.
Oberbürgermeister Dominik Geißler betont: „Die Ameisenart Tapinoma magnum ist inzwischen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet nachgewiesen. Wir gehen davon aus, dass sie dauerhaft bei uns bleibt. Wir als Stadt unterstützen nach Kräften und bleiben mit unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie wissenschaftlichen Expertinnen und Experten hierzu im Austausch.“