Die Stadt Landau beteiligt sich auch in diesem Jahr am „Tag des offenen Denkmals“. Am 11. September 2016 präsentieren sich europaweit mehr als 8.000 historische Baudenkmale, Parks, archäologische Stätten und sanierte Privathäuser der Öffentlichkeit, die sonst meist nicht zugänglich sind. Das Motto des diesjährigen Aktionstages lautet „Gemeinsam Denkmale erhalten“.
„Die überwiegende Zahl der am Denkmaltag geöffneten Bauten steht für einen gemeinschaftlichen Erfolg, der an diesem Tag besonders gewürdigt werden soll“, fasst Landaus Bürgermeister und Baudezernent Dr. Maximilian Ingenthron zusammen. „Denn ohne das Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Eigentümern, Gemeinden, der Denkmalpflege und Fachleuten wie Architekten, Restauratoren und qualifizierten Handwerkern könnten Denkmale sicher nicht dauerhaft erhalten werden.“
Die Stadt Landau könne sich glücklich schätzen, über ein so reiches baukulturelles Erbe aus den unterschiedlichsten Epochen zu verfügen, so Ingenthron weiter. „Viele Akteure engagieren sich, um dieses Erbe für künftige Generationen zu erhalten. Der „Tag des offenen Denkmals“ kann helfen, Öffentlichkeit für die teils verborgenen architektonischen und historischen Schätze unserer Stadt zu schaffen.“
In Landau warten am 11. September – Stand jetzt – fünf Denkmale auf die Besucherinnen und Besucher:
Katharinenkapelle, Stadthausgasse 16
Das zweitälteste Gotteshaus in Landau wurde im Jahr 1344 als Kirche eines Beginenhofs errichtet. 1850 wurde die Kirche zur Fruchthalle umgebaut und 1872 neu geweiht. Die Katharinenkapelle ist am „Tag des offenen Denkmals“ von 11:30 bis 18:00 Uhr geöffnet. Führungen durch den Vorsitzenden des Fördervereins der Kirche, Bernhard Scholten, werden um 12:30 und 15:00 Uhr angeboten. Von 16:00 bis 18:00 Uhr steht Pfarrer Jürgen Wienecke für Fragen zur Verfügung.
Haus zum Maulbeerbaum, Marktstraße 92
Das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt wurde erstmals Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt – damals als Herberge. 1522 tagten hier die süddeutschen Ritter um Franz von Sickingen und gründeten den „Landauer Bund“. Im Laufe seiner Geschichte diente das „Haus zum Maulbeerbaum“ zudem als Caféhaus, Rösterei und jüdisches Kolonialwarengeschäft. Die Stadtverwaltung sucht seit einigen Jahren einen Käufer, der sich des Gebäudes annimmt. Derzeit versucht eine Bürgergenossenschaft, das vom Abriss bedrohte Haus zu retten. Das „Haus zum Maulbeerbaum“ ist am 11. September von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen finden halbstündig durch Mitglieder des Fördervereins und der Genossenschaft statt.
Landgericht Landau, Marienring 13
In nur drei Jahren Bauzeit entstand zwischen 1903 und 1907 das neue Gerichtsgebäude, das bis heute das Land- und das Amtsgericht beherbergt. Das neue Justizgebäude wurde als zweigeschossiger, schlossähnlicher Winkelbau mit Rotunde errichtet. Am „Tag des offenen Denkmals“ finden im Landgericht drei Führungen statt: Um 11:00, 12:00 und 14:00 Uhr durch die Präsidentin des Landgerichts Ulrike Müller-Rospert, den Vizepräsidenten des Landgerichts Dr. Robert Schelp und den städtischen Denkmalpfleger Jörg Seitz.
Heiligenthaler Hof, Martin-Luther-Straße 17
Das barocke Bürgerhaus mit außenliegenden Holzgalerien und einer angewendelten Holztreppe wurde 2015 zum Apartmenthaus umgebaut und erweitert. Am „Tag des offenen Denkmals“ öffnet der Heiligenthaler Hof von 11:00 bis 17:00 Uhr. Führungen werden nach Bedarf angeboten.
Festung Landau
Die Festung Landau entstand in den Jahren 1688 bis 1691 und wurde bis in die 1860er Jahre ausgebaut. Nach dem Krieg verlor die Festung Ihre Funktion und wurde ab 1872 sukzessive bis auf Straßenniveau geschleift. Die noch vorhandenen Anlagen prägen das Stadtbild heute ebenso wie die auf den Wallresten errichteten gründerzeitlichen Ringstraßen. Die Schaustelle Lunette 41 im Savoyenpark öffnet am 11. September von 11:00 bis 16:00 Uhr ihre Tore. Halbstündlich können Besucher die Außenanlagen begehen und den Steinmetzen bei der Arbeit über die Schulter schauen. An der Lunette 55 in der Hindenburgstraße führt der Festungsbauverein von 13:00 bis 15:00 Uhr Pflegearbeiten zum Erhalt der Anlage durch und gibt Auskunft zu Funktionsweise und Aufbau der „wiederentdeckten“ Schleusenanlage. Führungen beginnen um 13:00 Uhr an der Schleuse in der Ostbahnstraße am Café Sörkel und um 14:00 Uhr an der Lunette 55 in der Hindenburgstaße.
Er werde sich einige Angebote heraussuchen und diese am „Tag des offenen Denkmals“ wahrnehmen, so Bürgermeister Dr. Ingenthron. „Der Aktionstag bietet die Möglichkeit, einen außergewöhnlichen Blick hinter die Kulissen unserer Stadt zu werfen und Geschichte lebendig werden zu lassen. Ich kann die Bürgerinnen und Bürger nur ermuntern, diese Chance zu nutzen.“
Weitere Informationen zum Programm des „Tags des offenen Denkmals“ finden sich auf der Internetseite www.tag-des-offenen-denkmals.de.
Der „Tag des offenen Denkmals“ wird in Deutschland seit dem Jahr 1993 durchgeführt. Die bundesweite Koordination liegt bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Sitz in Bonn. In Landau ist das öffentliche Interesse an dem Aktionstag in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.