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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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13.12.2024

Landauer Leute: Anna Ritzmann

Eine Stadt feiert: Vor 750 Jahren, am 30. Mai 1274, erhielt die Stadt Landau aus den Händen des damaligen Königs Rudolf I. die Rechte einer Stadt. Ein ungemein wichtiger Meilenstein, den das Landauer Stadtarchiv zum Anlass für eine historische Zeitreise nimmt. Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer und ihre Mitarbeitenden stellen jede Woche eine von insgesamt 52 Biografien von Landauerinnen und Landauern vor und werfen so spannende Schlaglichter auf 750 Jahre Stadtgeschichte, vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Heute: Anna Ritzmann.

Unermüdlich was sie in Landau unterwegs: Die Diakonisse Anna Ritzmann, die über 30 Jahre in der ambulanten Krankenpflege in unserer Stadt tätig war.

Anna Ritzmann wurde am 2. Oktober 1899 in einfachen Verhältnissen in Ludwigshafen-Oggersheim geboren. 1922 trat sie in die evangelische Diakonissen-Anstalt in Speyer ein, sechs Jahre später wurde sie eingesegnet. Im Speyer Mutterhaus wurde sie zur Krankenschwester ausgebildet und trat dann ihren Dienst zunächst in Neustadt an der Weinstraße und in anderen Gemeinden an.

Diakonissen sind evangelische Frauen, die ehelos in verbindlicher Gemeinschaft miteinander leben und arbeiten. Mit der Gründung des Mutterhauses in Speyer 1859 schloss man sich der Bewegung von Friederike und Theodor Fliedner an, die 1836 im Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth ein Mutterhaus aufgebaut und damit der Mutterhausdiakonie in Deutschland den Anstoß gegeben hatten. Der Beruf als Diakonisse eröffnete nun im 19. und im frühen 20. Jahrhundert unverheirateten Frauen eine Ausbildung in einem sozialen Beruf als Krankenschwester oder Kinderschulschwester. So wie Frauen durch Heirat „unter die Haube“ und in einen geschützten Stand traten, so gestatteten Kleid und Haube auch den Diakonissen ein selbstständiges Auftreten in der Öffentlichkeit. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche weitere Mutterhäuser in Deutschland und darüber hinaus.

Anna Ritzmann wurde im Juni 1938 nach Landau entsandt, wo sie bis Dezember 1972, 34 Jahre lang, als Gemeindeschwester in der Krankenpflege und als Leiterin der Diakonissenstation des Diakonissenvereins in der Langstraße tätig war. Im April 1968 erhielt sie auf Vorschlag des damaligen Landauer Pfarrers Joachim Kreiter das Bundesverdienstkreuz für „ihre gewissenhafte Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben“ und für ihre „vorbildliche und aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft gegenüber kranken und hilfsbedürftigen Menschen“. Vor allem während des Zweiten Weltkrieges war ihr Engagement kaum zu überschätzen, wenn sie mit dem Fahrrad durch die Stadt fuhr und sich den Pflegebedürftigen und Kranken in ihrem häuslichen Umfeld widmete.

Ihren Ruhestand, bei den Diakonissen als „Feierabend“ bezeichnet, verbrachte Anna Ritzmann im Speyrer Mutterhaus, wo sie am 28. Juli 1986 starb.

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