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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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26.01.2024

Landauer Leute: Eigennützige Stadtrechtsverleihung: König Rudolf von Habsburg

Eine Stadt feiert: Vor 750 Jahren, am 30. Mai 1274, erhielt die Stadt Landau aus den Händen des damaligen Königs Rudolf I. die Rechte einer Stadt. Ein ungemein wichtiger Meilenstein, den das Landauer Stadtarchiv zum Anlass für eine historische Zeitreise nimmt. Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer und ihre Mitarbeitenden stellen jede Woche eine von insgesamt 52 Biografien von Landauerinnen und Landauern vor und werfen so spannende Schlaglichter auf 750 Jahre Stadtgeschichte, vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Heute: König Rudolf von Habsburg. 

Von 2.223 ausgefertigten Urkunden gingen 662 an eine Stadt und unter den 943 Empfängern waren 222 Städte: Schon diese Menge an Schriftgut zeigt, wie wichtig dem 1273 in Aachen gekrönten König Rudolf von Habsburg eine erfolgversprechende Städtepolitik war. Der König schien hochmotiviert, so viele Städte wie nur möglich mit Stadtrechten auszustatten. Man könnte beinahe von einem Privilegierungsdrang sprechen. Und was hatte Rudolf von alldem? Eines ist sicher, aus Selbstlosigkeit verhalf er den Städten nicht zur Blüte. Die Gründe sind in erster Linie in der Reichspolitik zu finden. Während der kaiserlosen Zeit war früheres Reichsgut in fremde Hände übergegangen. Dies konnte der 55-jährige König nicht akzeptieren - er forderte es nun zurück und organisierte es neu.

Auf die Bitte seines Neffen, des Landauer Territorialherrn Emichs IV. von Leiningen, sollten nun auch dessen Siedlung besondere Rechte zugesprochen werden. Am 30. Mai 1274 war es soweit: Landau bekam seine Stadtrechte durch den König verliehen. Wenn das nicht nach Freiheit roch! Die Burg auf der Land Aue war ebenso ein Teil des Reichslehens. Kein Wunder also, dass Rudolf sie förderte und aufwertete. Zusätzlich bekam er von der Stadt finanzielle Zuwendungen.

Die Privilegien waren dieselben wie die der Stadt Hagenau. Zu den wichtigsten Rechten zählten die Selbstverwaltung und der Wochenmarkt. Sie bedeuteten Freiheit und Selbstbestimmung, aber auch Existenzsicherung und Bevölkerungszuwachs.  So verstaubt die „mittelalterliche Stadt“ auch klingen mag, Grundelemente sind bis heute erhalten. Freiheitliche Rechte, wie die städtische Gerichtsbarkeit, bildeten die Handlungsgrundlage für eine Stadt und waren Ausdruck einer mittelalterlichen Urbanität.

Auf die erste Privilegierung für Landau folgte bald die nächste. Im Jahr 1291 wurde die Stadt zur Reichsstadt erhoben. Und damit ergatterte sie einen besonders hohen Rang in der Städteordnung. Durch diese Privilegierungen gelang es Landau, sich schnell weiter zu entwickeln und bestimmte Handlungen zu vollziehen.

Rudolf starb am 15. Juli 1291 in Speyer. Er inszenierte seinen Tod am Ort der Grablege von salischen und staufischen Königen und manifestierte damit den Anspruch der Habsburger auf deren Nachfolge.

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