Hilfsnavigation
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
Seiteninhalt
06.12.2024

Landauer Leute: Vom Hobby zur Berufung - Gerd Runck

Eine Stadt feiert: Vor 750 Jahren, am 30. Mai 1274, erhielt die Stadt Landau aus den Händen des damaligen Königs Rudolf I. die Rechte einer Stadt. Ein ungemein wichtiger Meilenstein, den das Landauer Stadtarchiv zum Anlass für eine historische Zeitreise nimmt. Stadtarchivarin Christine Kohl-Langer und ihre Mitarbeitenden stellen jede Woche eine von insgesamt 52 Biografien von Landauerinnen und Landauern vor und werfen so spannende Schlaglichter auf 750 Jahre Stadtgeschichte, vom Mittelalter bis in die Neuzeit. Heute: Gerd Runck.

Es begann mit einer unverfänglichen Sympathie dem südpfälzischen Dialekt gegenüber. Gerd Runck hatte als 16-Jähriger Freude an seinem Hobby, dem Texten in pfälzischer Mundart. Er veröffentlichte erste Gedichte für Bierzeitungen oder für Büttenreden. Im beruflichen Leben war Runck gelernter Groß- und Einzelhandelskaufmann. Außerdem war er geprüfter Pilzberater. Mit Mitte 40 widmete er sich voll und ganz der pfälzischen Mundart. Er selbst bezeichnete seinen Dialekt als „Gorremstääner“ (Godramsteiner) Mundart. Runck war stolz auf den Dialekt seiner Heimat und bedauerte, dass immer weniger Leute diesen sprechen würden.

Insgesamt schrieb der pfälzische Poet mehr als 1200 Gedichte. Er sei jedoch kein „Schnellschreiber“ – seine Werke brauchten Zeit, um zu gedeihen. Mit seinem unverfälschten und authentischen Stil staubte der Mundartdichter einen Preis nach dem anderen ab. Mehr als 40 Preise erhielt er für seine Gedichte und seine Kurzprosa. Damit gilt er als der mit den meisten literarischen Preisen ausgezeichnete pfälzische Mundartdichter. Insbesondere bei den bekannten Dichterwettstreiten von Bockenheim oder Dannstadt stellte er sein Können unter Beweis. Teilweise veröffentlichte er diese Gedichte, wie unter anderem in seinen Büchern. Das erste Werk erschien 1980 und hieß „E bissel mol gucke“.

Woher er seine Ideen holte? Er ließ sich von dem Alltäglichen inspirieren. Er beobachtete die Menschen und hörte zu, was sie sagten. Des Weiteren übertrug Runck Klassiker wie den Struwwelpeter oder Max und Moritz ins Pfälzische. Im Jahr 2012 ist die „literarische Stimme der Pfalz“ mit 82 Jahren gestorben. Er hatte noch viele Ideen gehabt, die er jedoch aufgrund seines Alters nicht mehr in die Tat umsetzen konnte. Dennoch ist die Mundartdichtung Gerd Runcks ein wichtiges Kulturgut, mit dem sich Landauer und auch die Südpfälzer ein Stück weit identifizieren können.

zurück nach oben drucken