EWL macht auf die Woche der Nachhaltigkeit aufmerksam
Es sind statistisch betrachtet 82 Kilogramm Lebensmittel im Jahr, die jeder Bundesbürger wegwirft. Diese Zahl, ermittelt von der Universität Stuttgart, macht nachdenklich. Mit Blick auf die Internationale Woche der Nachhaltigkeit, die am 30. Mai beginnen wird, hat sich Bernhard Eck, Vorstand des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL) mit den Ursachen der entsorgten Lebensmittel beschäftigt und dabei festgestellt: „Die elektronischen Medien eröffnen ganz neue Möglichkeiten, der Verschwendung entgegenzuwirken – wie der Tausch von Nahrungsmitteln beispielsweise oder eine kreative Resteverwertung. Über soziale Netzwerke finden sich Menschen mit den gleichen Interessen und bringen ihre Dinge voran.“
Speisereste nutzen über Biotonne
Als Entsorgungspartner der Landauer Bürgerinnen und Bürger engagiert sich der EWL täglich dafür, dass weggeworfene Lebensmittel und andere organische Abfälle in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Um diese getrennt zu erfassen, gibt es in Landau seit rund 20 Jahren die Biotonne. „Wir wünschen uns, dass diese noch mehr genutzt wird und setzen dabei verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit“, erklärt Bernhard Eck. Es sei wichtig, dass alle organischen Abfälle in der grünen Tonne landen – und eben nicht im Restabfall. Hier bestehe noch Aufklärungsbedarf. Eine Analyse des Landauer Restabfalls vor zwei Jahren ergab nämlich, dass immer noch 38 Prozent des Inhalts aus der grauen Tonne Bioabfall ist. Landen Speisereste & Co. dagegen in der Biotonne, sind sie nicht Abfall, sondern Wertstoff. Dieser dient als Energieträger zur Strom- und Wärmeerzeugung, am Ende wird aus den Resten Kompost. Denn der EWL arbeitet mit einem professionellen Verwerter zusammen, der den Inhalt von Landaus 9.000 Biotonnen einer sogenannten Trockenfermentation unterzieht.
Nahrungsmittel tauschen
Bernhard Eck ist zuversichtlich, dass der Anteil an Lebensmittelresten in der grauen Tonne stetig schrumpfen wird. „Immer mehr Menschen gehen jedoch insgesamt bewusster mit Ressourcen um; das ist ein Trend, über den ich mich sehr freue“, sagt Bernhard Eck. Angesagt sei derzeit beispielsweise die sogenannte „Foodsharing“-Bewegung, bei der Verbraucher über spezielle Portale im Internet konkrete Tauschangebote zu Lebensmitteln machen können. In Landau organisiert sich eine Foodsharing-Gruppe über Facebook. Die geschlossene Nutzergruppe hat über 1.000 Mitlieder. „Ich finde das toll! Zum einen wegen der Sache, zum anderen weil sich dabei Menschen auf einer völlig neuen Ebene treffen“, schließt der EWL-Vorstand begeistert.
Vermeiden ist schlau
„Mit Blick auf die soziale Gerechtigkeit sowie die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sollten möglichst keine Lebensmittel weggeworfen werden“, findet Bernhard Eck.
Er macht in diesem Zusammenhang auf eine Homepage aufmerksam, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erstellt hat: Unter www.zuschadefuerdietonne.de gibt es Informationen rund um die Haltbarkeit von Lebensmitteln, Tipps zu Einkauf und Lagerung sowie zur Verwertung von Resten.
Gerade die elektronischen Medien sind prädestiniert, um innovative Ideen und Anreize schnell und effektiv zu verbreiten. Unter anderem finden Ratsuchende unter
Kasten:
Essen – verschenken oder kompostieren
Was tun, wenn
– das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Produktes überschritten ist?
– Crème fraîche, ein halbes Glas Kirschen oder Reis vom Vortag übrig ist?
– Milch und Joghurt im Kühlschrank sind, die Familie aber in den Urlaub fährt?
– Reste vom Teller oder verdorbene Lebensmittel zu entsorgen sind?www.zuschadefuerdietonne.de
Antworten darauf geben die Abfallberater des EWL unter Telefon 06341 13-8643 oder das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter
www.restegourmet.de, www.frag-mutti.de oder www.chefkoch.de Tipps und Rezepte zur Verwertung von Resten aus dem Kühlschrank. Auch spezielle Apps, also Miniprogramme für mobile Endgeräte, sind bereits erhältlich. Zudem gibt es zunehmend Kochkurse und Rezeptbücher zu diesem Thema.