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Rathaus 2 © Rolf H. Epple Stadt Landau
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30.10.2020

Zum 100. Geburtstag von Landaus Ehrenbürger Walter Morio: OB Hirsch sowie Amtsvorgänger Wolff und Schlimmer gedenken Wirken des langjährigen Stadtoberhaupts - Appell: »Geeint durch schwere Zeiten gehen«

Nach dem Krieg führte er Landau auf den Weg zur Wein- und Gartenstadt, suchte die Freundschaft mit den in der Stadt stationierten Franzosen und trieb die Erschließung des Stadtviertels Horst voran: Die Rede ist von Walter Morio, der als Oberbürgermeister 20 Jahre lang die Geschicke der Südpfalzmetropole Landau lenkte – und damit dazu beitrug, dass sie sich zu eben dieser überhaupt erst entwickeln konnte. Am Sonntag, 1. November, wäre der CDU-Politiker 100 Jahre alt geworden. Im Gedenken an Morios Verdienste für die Stadt Landau besuchte Oberbürgermeister Thomas Hirsch gemeinsam mit seinen Amtsvorgängern Dr. Christof Wolff und Hans-Dieter Schlimmer Morios Grab auf dem Landauer Hauptfriedhof. Die Kranzniederlegung nutzten die drei auch für einen Appell zum Zusammenhalt in schweren Zeiten.

„Von Walter Morio können wir gerade in der aktuellen Situation vieles lernen“, sind sich der amtierende OB und seine beiden Vorgänger einig. „Er hat unsere Stadt in wirklich schwierigen Zeiten geeint und den Grundstein gelegt für das Landau, das wir heute kennen. Sein Wirken zeigt uns, dass wir mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung vieles bewirken können. Sei es der Wiederaufbau der Stadt und des städtischen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg oder eben jetzt das Durchstehen der Pandemie und ihrer Folgen“, betonen Hirsch, Wolff und Schlimmer.

Zum Hintergrund:

Rechtsanwalt Walter Morio (1920-2008) wurde im November 1948 erstmals in den Landauer Stadtrat gewählt und agierte dort von 1956 bis 1964 als Fraktionsvorsitzender der CDU. Vom 1. Februar 1964 bis zum 31. Januar 1984 war er Oberbürgermeister der Stadt Landau. Im Jahr 1985 wurde Morio zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Er war außerdem Träger der Ehrenplakette und des Ehrenrings der Stadt Landau sowie Officier des Palmes Académique – eine französische Ordensauszeichnung für Personen, die sich besonders um die deutsch-französische Freundschaft bemühten.

„Ut omnes unum sint“ („Dass alle eins sein sollen“): Das war der Leitspruch, dem Walter Morio folgte. Und mit diesem Motto eines starken Miteinanders in der Stadt konnte Morio vieles erreichen. So wurden in seiner Amtszeit sechs der heute acht Landauer Stadtdörfer eingemeindet, zahlreiche Schulen gebaut und das Stadtviertel Horst für die im Krieg vertriebenen südosteuropäischen Flüchtlinge errichtet. „Eine Stadt braucht Atmosphäre, das sind die Menschen, die Feste, das ist aufbereitete Historie, das sind die Erfahrungen einer wechselvollen Vergangenheit“, war der ehemalige Landauer Oberbürgermeister überzeugt und machte die Stadt in der Nachkriegszeit zur Gartenstadt, in der erstmals auch das Fest des Federweißen und der Nikolausmarkt gefeiert wurden.

Ein gutes Miteinander suchte Morio auch mit der französischen Besatzungsmacht. Für sein Bemühen um ein gutes Verhältnis mit den in Landau stationierten Soldaten, aber auch um die Partnerschaft mit Ribeauvillé und Hagenau, brachte ihm 1985 den Ehrentitel Officier des Palmes Académique ein.

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